Papa Moll stellt sich vor
Papa Moll wurde im Jahr 1952 von der Hausfrau und Künstlerin Edith Oppenheim-Jonas ins Leben gerufen. Sie zeichnete Episoden und erzählte Geschichten aus dem eigenen Familienleben.
Hier steht unser Papa Moll
Er will gut und liebevoll
Stets in redlichem Bemühen
Seine Kinder nett erziehen.
Doch die Tücke unseres Lebens
Macht sein Streben oft vergebens.
Gleich zu Beginn seines Daseins deklariert sich Papa Moll in diesem Sechszeiler als Anti-Held. Er ist keinesfalls der Supermann, der souverän die Geschicke seiner Familie lenkt; er ist von unkonformer rundlicher Gestalt, mit einem einzigen Haarbüschel (5 Haare) auf dem vergnügten Eierkopf. Hingegen ist Papa Moll ein guter Vater und Ehemann mit klaren Grundsätzen und Idealen. Diesen Grundsätzen will Moll im Alltag nachleben und Vorbild sein. Doch die guten Vorsätze werden oft umgestossen, teils durch eigenes Verschulden, teils durch Missgeschick, teils durch äussere Umstände. Dadurch wird Moll gezwungen, gegen seine tiefsten Überzeugungen zu handeln und manchmal endet das gut gemeinte Vorhaben mit einem Misserfolg. Die Moll-Story spiegelt eine allgemein menschliche Grunderfahrung: Grundsätze sind gut – aber das Leben spielt nicht immer mit.
Das Mittel zur Bewältigung ist Humor. «Humor ist eine Form von Lebensweisheit und bedeutet in bezug auf Papa Moll die Fähigkeit des Menschen, sich selbst über die Dinge zu erheben und von einer gelasseneren, höheren Warte aus lächelnd zu betrachten. Humor betrifft in seinem Kern immer den Menschen selbst, der versteht und lächelt, verzeiht und liebt», schreibt Edith Oppenheim.
Kinder lieben den freundlichen Papa Moll gerade wegen der tragikomischen Erlebnisse. Papa Moll ist keine starre Kunstfigur, sondern ein Vater aus dem echten Leben – wenn auch etwas überzeichnet und karikiert. Alle Papa Moll-Geschichten drehen sich um ein einfaches Motiv. Papa Moll nimmt die Verantwortung als Vorbild und Erzieher ernsthaft wahr. Dabei missrät ihm immer wieder etwas. Kinder haben grosses Verständnis für das Fehlermachen und sind froh, wenn sie sehen, dass auch Erwachsene durchaus nicht immer vollkommen sind.
Papa Moll ist ein Mensch wie wir alle – mit guten Vorsätzen und einem echten Bemühen, die Tücken des Lebens immer wieder positiv zu meistern; aber Moll erfährt in seinem Abenteuern die Schwierigkeiten dieses Alltags und des Lebens schlechthin.
Das Unzulängliche wird zum Thema, das Scheitern an der Tücke des Objektes oder (menschlichen) „Subjekts“ gemäss Wilhelm Buschs Wort: „Die Schwierigkeit ist immer klein, man muss nur nicht verhindert sein.“
Mama Moll
Blättert man durch die Moll-Geschichten, kann der Verdacht aufkommen, Mama Moll beherrsche das Handwerk des Kochens, Putzens und Flickens und verkörpere die traditionelle Haus-Frauen-Rolle. Dieser Eindruck allerdings täuscht. Mama Moll wirkt wohl eher im Hintergrund – sie ist die geheime Chefin des Hauses und in vielen Fragen Papa Moll überlegen, auch wenn sie das nie an die grosse Glocke hängt. Ihre Ratschläge werden oft von Moll ausgeschlagen – bis ihm ein Missgeschick geschieht und er schliesslich auf die Vorschläge seiner geliebten Frau – oft unausgesprochen – eingeht. Mama Moll weist – wenn auch etwas versteckt – emanzipatorische Züge auf. Edith Oppenheim ist im Leben stets eine vehemente Verfechterin der Frauenbewegung. So übernimmt sie Im Jahre 1958 die künstlerische Leitung der Frauenausstellung SAFFA in Zürich und setzt sich damit auch öffentlich für die Anliegen der modernen Frauenbewegung ein: Frauen sollen frei über ihr Schicksal, über Ehe, Beruf und Laufbahn bestimmen können – ebenso frei wie die Männer.
Die drei Kinder Willy, Fritz und Evi
Was in der Familie Oppenheim als Nachwuchs existiert, hat auch für die Familie Moll Bestand: Zwei Buben und ein Mädchen. Allerdings ging es der Schöpferin bei der Erfindung der Kinderfiguren nicht um reine Abbilder der Wirklichkeit. Es ist spannend, nach Vorstufen zu den 3 Kinderfiguren Ausschau zu halten. In einer Werbestory für Ovomaltine hievt ein munterer Dreikäsehoch mit Leichtigkeit ein ganzes Auto mitsamt Fahrer und braunem Dackel in die Höhe. Die Figuren der beiden Lausbuben Willy und Fritz sind hier schon angelegt.
Evi ihrerseits lässt sich bereits in einem 1952 publizierten Malbüchlein in Ansätzen nachweisen: In leuchtend rotem Kleid und mit luftiger Masche im Haar. Masche und Rock bleiben in den ersten fünf Bänden unverändert. Erst im sechsten Band tritt Evi erstmals in Hosen auf.
Dackel Tschips
Er gehört zur Familie. Er sorgt mit seiner selbständigen und quirligen Art für so manche Aufregung und für manches Abenteuer. Er ist aus der Familie nicht mehr wegzudenken.
Papa Moll Bücher sind für Kinder ab 5 – 9 Jahre.








